Edo-Sarasa |
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Bei uns im Shop gibt es etwas das viele nicht so richtig verstehen: EDO SARASA, na da hab ich mir gedacht, ich veröffentliche hier meinen Artikel der für das Japan-Magazin gedacht war und dann bekommt ihr eine bessere Vorstellung von dieser schönen Handwerkskunst, die in Japan mittlerweile sehr selten ist! Auf einer meiner Japanreisen im Jahre 2002 beschäftigte ich mich berufsbedingt auch mit der japanischen Textilgeschichte und suchte Möglichkeiten etwas darüber zu lernen, am besten natürlich in der bestehenden Praxis. Dies führte mich eines Tages auch zu der Firma „Futaba-En“ in Tokyo. Über eine schriftliche Information das dort auch Workshops in englischer Sprache gehalten wurden, begab ich mich ans Telefon und versuchte gleich etwas darüber zu erfahren. Mit Englisch gestaltete es sich jedoch schwierig, so das ich auf meine spärlichen japanisch Kenntnisse zurückgreifen musste. Naja irgendwie hab ich es herausgefunden und hab mich auf den Weg nach „Kamiochiai“ gemacht und nach längerem Suchen und Fragen habe ich den Ort dann auch gefunden.
Zuerst wurde ich durch die ganze Firma geführt und die einzelnen Schritte der Handproduktion wurden erklärt, was sehr interessant war. Später dann kamen noch einige Teilnehmer fur den Workshop und auch zwei Reporterinnen einer Zeitschrift die einen Bericht machten. In dem Workshop erhielt man einen kleinen Einblick in die tägliche Arbeit der Textilfärber und man konnte sein eigenes Produkt später mit nach Hause nehmen.
Es folgte eine Führung durch das Museum und den Shop der Kobayashis. Zum ersten Mal sah ich dann, das sich jemand sehr mit dem Thema „Erhalt der Textilfärbekunst“ befasst hatte, da dort aus den gebrauchten Seidenstoffen Dinge gefertigt wurden, die für den Geldbeutel auch erschwinglich waren. Von Applikationen auf Schuhen und Taschen, uber Tücher und auch in Acryl gegossene Ringe, Armbänder, Ketten und vieles mehr. Es folgten viele gegenseitige Besuche und eine Freundschaft, die bis heute auch inhaltlich immer mehr in dieses Thema ging. Herr Kobayashi besuchte die internationalen Messen hier in Frankfurt, wurde mit Ausstellungen z.B. in London betraut und ist ein sehr engagierter Kämpfer zum Erhalt der Textilen Web-und Färbekunst.
Sarasa steht für florale mehrfarbige indische Stoffe die nach Sud-Ost Asien importiert wurden. In Japan während der Muromachi Periode (1338-1573) eingeführt, folgte die lokale Produktion in der späten Edo-Zeit (1600-1868) anfänglich auch in der Art der indischen Ornamentiken und Muster, veränderten sich die Muster und wurden auch japanischer in ihren luxeriösen Designs und Farben. Ob handgefärbt oder mit den „stencil oder block druck“ in Seide oder Baumwolle. Edo Komon war die klassische japanische Färbekunst aufbauend auf feinen einzelnen Punkten die auf den Washi Vorlagen ausgestochen wurden. Die feinen Muster hatten leicht 600-700 Stiche auf ein Quadrat Inch. Die Technik: Man bekommt zuerst die ungefärbte weiße Kimonoseide, Breite 36cm, 13m lang,
Geschichte Futaba-En:
Das Unternehmen wurde 1919 gegründet und besteht heute in der vierten Generation. In der Nähe von Kanda (Tokyo) war die erste Station, später dann als die Stadt größer wurde zog man in die Nähe von Ochi-ai am Kanda-Fluss, eigentlich auch wegen des sauberen Wassers. Bedingt durch die Bevölkerungsdichte wurde die Verschmutzung des Wassers immer stärker Richtung Innenstadt. Am Anfang der Arbeiten färbte man hauptsächlich EDO-KOMMON, nicht mehr fur die Samurai, allerdings noch die originalen Muster, fur zeremonielle Anlässe und für die Damenwelt. Während der Tokugawa-Zeit gab es ein Verbot fur sehr auffällige Kleidung, nur die dezenten Muster und gedeckten Farben waren erlaubt, das sah von weitem aus wie Uni-Farben, erst beim näheren Hinsehen sah man die feinen Punktmuster der Kommon Färbe-Technik. In dieser Zeit hat sich dann auch die Kleidung der Herren verändert, die Innenfutter wurden aufwendiger und mit ausgeprägten Mustern versehen. Damit wurde man dem Verbot gerecht, konnte jedoch seinen Stand und Rang auch in der Kleidung zum Ausdruck bringen. In den Haoris der Männer hat sich diese Tradition bis heute erhalten, auch ohne Verbote.
Die Technik verbreitete sich sehr schnell im Land und so hatten viele Städte ihre eigenen Namen wie Kyo-Sarasa fur Kyoto, Nabeshima-Sarasa, Hikone-Sarasa usw.. Motobumi Kobayashi wuchs auf in der Umgebung des Workshops und das Färben war ihm nicht fremd, später jedoch fragte er sich jedoch nach der Zukunft des Unternehmens und entschied sich zu einer Reiseagentur zu wechseln und das Unternehmen zu verlassen. Er kam auch nach Indien und führte seine Reisegruppen nicht nur zu Taj Mahal sondern zeigte auch die Batiktechniken in Workshops auf. Doch in einem immer kleiner werdenden Markt für diese Handwerkskunst waren die Perspektiven denkbar schlecht. Er sah sich aber als Färber und nicht als Kimonohersteller, so das er offen war fur neue Ideen. Der schwierige Weg war nun Produkte zu fertigen aus diesen handgemachten Stoffen, die auch verkäuflich waren. So entwickelte er Ideen und machte die Stoffe kleiner,so das sie auch bezahlbar wurden und fand eine Firma die auch mit Acryl arbeitete. Auch jungere und noch lernende Handwerker haben ja gefärbt, da gerade am Anfang aber die Fehlerquote noch hoch war, konnte man diese Stoffe nicht für Kimonos einsetzen, wohl aber in kleinen Stücken fur anderen Nutzen. Das nachdenken uber diese Produkte verhalf auch zu einem höheren Qualitatssegment. Durch diese weitere Produktschiene waren Arbeitsplatze gesichert und man war nicht darauf angewiesen im Preiskampf der Farber nachzugeben und billigere Produkte zu fertigen. Leider war dies für viele Färber aber das Verhängnis, Preis ging runter-Qualität auch, letztlich blieben aber auch die Käufer weg und dies ergibt auch die heute hohe Nachfrage nach den Qualitätsprodukten von Futaba-en. Die wunderschönen handgemachten Produkte könnt ihr bei www.japan-pop-shop.de und bei uns in Dietzenbach in der Ausstellung www.japanische-einrichtungen.de bestaunen und natürlich auch kaufen! Euer Norman |
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Ein relativ neues und großes Gebäude war schon seltsam in diesem Viertel und ich war angenehm überrascht, wurde ich auch herzlich von Herrn Kobayashi empfangen. Sein Englisch war besser als das meinige und Kommunikation war somit kein Problem mehr.

